Parkplätze

Belag der Stellplätze und Fahrgassen

Parkplätze beanspruchen und versiegeln sehr große Flächen. Asphalt und Betonpflaster bieten jedoch keine Lebensmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen. Deshalb lohnt es sich, Gestaltungsalternativen zu prüfen. Fahrgassen viel benutzter Parkplätze sind in der Regel asphaltiert. Sie haben den Vorteil, haltbar und pflegeleicht zu sein. Auch lässt sich der Schnee gut räumen. Die Stellplätze aber sollten wasserdurchlässig ausgebildet werden: stark frequentierte Stellplätze von Einkaufsmärkten können als Betonpflaster mit Rasen- oder Splittfuge, Mitarbeiterplätze als wassergebundene Decke oder Schotterrasen befestigt werden.

Entwässerung

Auf den großen Flächen fällt viel Niederschlagswasser an, eine Ableitung in die Kanalisation ist seit Einführung der gesplitteten Abwassergebühr richtig teuer geworden. Deshalb rechnet sich die Neuanlage oder mittelfristige Umgestaltung von Parkplätzen mit integriertem Regenwasserkonzept. Zu entwässernde Stellplatzflächen lassen sich um 15 % reduzieren, wenn der Überhang der Karosserie bereits als begrünte Sickermulde ausgebildet wird. Ein Bordstein dient als Anschlag für die Räder, lässt aber Lücken für das abfließende Wasser. Es versickert in der Mulde. Die Mulden können mit Wiese oder Wildstauden bewachsen sein: Malve, Wasserdost, Binse, Beinwell, Mädesüß, Odermennig…

Integration von Parkplätzen

Parkplätze müssen nicht als erstes ins Auge springen. Man kann Parkplätze absenken und dadurch ins Gelände einpassen. Oder sie werden mit einer Hecke aus heimischen Gehölzen, einer lockeren Strauchpflanzung aus Wildstauden und Gräsern eingegrünt. Auch in geneigtem Gelände lassen sich die terrassierten Niveaus eines Parkplatzes durch bepflanzte Böschungen voneinander trennen.

Schutz vor Wetter und Sonne

Stellplätze können mit Kletterpflanzen an einem Rankgerüst überspannt werden. Eine Dachbegrünung von Carports ist eine weitere Variante neben der begrünten Tiefgarage, die am teuersten ist.

Beschattung durch Baumraster

Parkplätze mit einem Baum pro 6 bis 10 Stellplätze sind heute Standard und werden bereits im Bebauungsplan festgesetzt. Damit die Bäume gedeihen, sollte ihnen ein Baumquartier in der Größe eines Stellplatzes zugestanden werden. Baumreihen lassen sich auch mit Sickermulden für das Regenwasser kombinieren. Ideal sind Feld- und Spitz-Ahorn, Hainbuche, Eiche und Ulme. Nicht zu empfehlen sind Linden. Sie verschmutzen den Autolack mit ihrem klebrigen Honigtau. Die Baumquartiere lassen sich mit Wildstauden, Gräsern und niedrigen Gehölzen bepflanzen – das sind die idealen Nektarpflanzen für Schmetterlinge und Hummeln.

Quellenangaben

Moderne Unternehmen im Einklang mit der Natur Leitfaden für ein naturnahes Betriebsgelände Hrsg: LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Karlsruhe 2013

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